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    München 2008. Die Skulpturen Maillols galten meist als Paradefall einer gelungenen Verbindung klassischer und moderner Formlösungen, als Sinnbilder eines überzeitlichen Körperideals. Maillols Inszenierung des weiblichen Körpers führt jedoch in ein anderes, politisches Bezugsfeld visueller Kultur der Moderne: Die Entstehungsgeschichte der Ethnographie. Deren Methoden der Beschreibung, psychologischen Einordnung und musealen Inszenierung von Artefakten etablierten sich im engen Austausch mit Künstlern, Kunstkritik und Kunstwissenschaft. Zwischen Artefakt, Fetisch und Denkmal lieferten Maillols weibliche Akte fassbare Vorgaben für ein universal gedachtes französisches Identitätsmodell.
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