Aztecs Katalog, London 2002. Hg. von Eduardo Matos u.a.


AZTECS ist eine der größten Ausstellungen zur Kultur der Azteken, die es jemals gegeben hat. 350 spektakuläre Ausstellungsstücke zeigen das Leben und die Zeit der Azteken, einem außergewöhnlichen Volk, das im Verlauf von nur 200 Jahren (von 1325 bis 1521) eine der beeindruckendsten Zivilisationen der Welt schuf. Zu den ausgestellten Gegenständen gehören Arbeiten aus Türkis, Gold und Jade, ferner Kolossalskulpturen aus Stein und die dramatische Wiederbelebung eines Azteken-Tempels. Einige der Ausstellungsgegenstände werden zum ersten Mal außerhalb von Mexiko gezeigt und beinhalten Stücke, die niemals zuvor an die öffentlichkeit gelangt sind. Das Volk der Azteken schuf eine einzigartige Mythologie. Alten Aufzeichnungen zufolge kamen die Azteken von einer mythischen Insel namens Aztlan, dem »Ort der weißen Reiher«. Ihr oberster Gott Huitzilopochtli, der »Kolibri des Südens«, führte sie in ihrer Suche nach einem Heimatland, das sie 1325 in Tenochtitlan fanden, dem »Ort des Feigenkaktus, der auf einem Stein wächst«. Der Ort (das heutige Mexiko- Stadt) erfüllte die Prophezeiung, dass die Azteken sich auf einer Insel niederlassen würden, wo sie einen »auf einem Feigenkaktus sitzenden Adler« vorfinden würden. Dieses Bild, das in vielen der gemalten Bücher dieser Zeit vorzufinden ist, ist auch heute noch auf der mexikanischen Flagge verewigt. Die Azteken waren sich der Kunst und Architektur ihrer Vorgänger bewusst und wussten diese zu schätzen. Sie entlehnten und modifizierten vorausgegangene Kunstrichtungen und nahmen vorhandene Götter und Symbole in ihre eigenen religiösen Bräuche auf. Sie schätzten die Arbeiten der Olmeken und eigneten sich die Kultur der Tolteken an, insbesondere deren Hauptstadt Tula. Am besten sind sie jedoch dafür bekannt, dass sie die ehemalige Pracht und Größe der Stadt Teotihuacan anerkannten und würdigten. Die von den Azteken beherrschten Menschen und Gebiete mussten einen Tribut bzw. Steuern an ihre Eroberer zahlen. Dieser Tribut beinhaltete alltägliche Dinge wie Baumwolle, Mais und Bohnen, aber auch seltene und wertvolle Waren wie Hirschhaut, Federn, Gold, Jade und Türkis. Oftmals wird angenommen, dass Gold das am meisten geschätzte Material der Azteken war, tatsächlich galten jedoch Jade, Türkis und Federarbeiten als wesentlich wichtiger. Diese Materialien wurden zu Gegenständen außergewöhnlicher Schönheit verarbeitet. Die Azteken erkannten und machten sich schnell die Fähigkeiten anderer Völker zunutze, z. B. die im südlichen Mexiko lebenden Mixteken, die erlesene Bücher und Goldarbeiten herstellten, ferner die Menschen aus Puebla und Cholula, die für Ihre Keramikarbeiten berühmt waren. (Text engl.) 30 x 24,5 cm, ca. 520 S., über 500 meist farbige Abb., geb.

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