Francesca Woodman. Monografie. Von Corey Keller, Julia Bryan-Wilson und Jennifer Blessing. Katalogbuch San Francisco und Guggenheim, New York 2011.


Die früh verstorbene Francesca Woodman war eine der schillerndsten Performance- und Fotokünstlerinnen der jüngeren Vergangenheit, deren Werk zum Radikalsten gehört, was bisher in der Kunst geschaffen wurde. 1972, im Alter von 13 Jahren, schuf sie ein Selbstporträt in Schwarzweiß, sitzend am Rande eines Sofas. Ihr Gesicht wird durch das Haar verdeckt, diffuses Licht kommt von einer unbestimmbaren Quelle. Schon hier ist erkennbar, was das Werk von Woodman charakterisiert: Meist sieht man eine weibliche Gestalt in einem kahlen Innenraum, in sich verborgen und doch den Blicken und einer latenten Bedrohung ausgesetzt, mit den Armen rudernd und sich gegen den Zerfall um sie herum zur Wehr setzend. In Hunderten von Fotografien, die in nur neun Jahren bis zu ihrem Selbstmord 1981 entstanden, setzt sie ihren eigenen Körper gegen die Texturen von Tapeten, Türrahmen, Bäder oder Möbel ein. Das Spielerische von Max Ernst verbindet sich mit dem Ernst von Claude Cahun und dem Diabolisch-Perversen von Hans Bellmer. Die umfassende Monografie enthält zahlreiche, noch nie zuvor veröffentlichte Arbeiten Francesca Woodmans. (Text engl., DAP) 23,5 x 27 cm, 224 S., 175 Abb., davon 13 in Farbe, geb.

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