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Ren Hang.

Hg. Dian Hanson. Köln 2016.

22,5 x 30 cm, 320 S., zahlr. Abb., geb.

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Versand-Nr. 783013
geb. = fester Einband; pb. = Paperback-Ausgabe; TB = Taschenbuch; Sonderausgabe * (Ausstattung einfacher, evtl. Vergleichspreis nennt die gebundene Ausgabe)

Jung, frei, nackt - Shootingstar Ren Hang. Ren Hang sieht nicht wirklich wie ein Rebell aus. Der schmalbrüstige und von Natur aus scheue 28-jährige Pekinger Fotograf, der zu Depressionsanfällen neigt, steht nichtsdestotrotz mit an der Spitze des Kampfes chinesischer Künstler für ihre kreative Freiheit. Wie sein großes Vorbild Ai Weiwei produziert Ren Werke, die als Gefahr für die Gesellschaft und den kommunistischen Staat eingestuft werden. Ren behauptet: »Die Politik meiner Bilder hat nichts mit China zu tun. Es ist die chinesische Politik, die sich in meine Kunst einmischen will.« Warum? Weil seine Modelle - Freunde und in zunehmendem Maße Fans - nackt sind, oftmals im Freien, hoch in Baumkronen oder auf den schwindelerregenden Dächern von Peking, mal aufeinandergestapelt wie Bücher, mal in Kraken gewickelt, mit Vögeln auf den Armen, inmitten von Kakteenwäldern, mit Telefonleitungen und Blumen, die aus Körperöffnungen sprießen ... was auch immer ihm gerade in den Sinn kommt oder an Requisiten in die Hände fällt. Seine Bilder sind explizit, radikal, witzig und verletzen moralische und soziale Tabus Chinas, auch indem sie Genderfragen thematisieren und traditionelle Geschlechterrollen infrage stellen. In einem Interview fragte ihn 2013 die Zeitschrift VICE, warum man so oft Schwänze auf seinen Bildern sehe. Ren antwortete: »Es sind nicht nur Schwänze, an denen ich interessiert bin, ich bilde jedes Organ gerne auf frische, lebendige und emotionale Weise ab. Geschlecht ist nicht wichtig, wenn ich Fotos mache, es spielt nur eine Rolle, wenn ich Geschlechtsverkehr habe.« Junge Fans verfolgen eifrig seine Website und seine Beiträge bei Facebook, Instagram und flickr. Seine Fotos waren in seiner kurzen fünfjährigen Karriere bereits Gegenstand von über 20 Einzel- und 70 Gruppenausstellungen in so unterschiedlichen Städten wie Tokio, Athen, Paris, New York, Kopenhagen, Frankfurt, Wien und, ja, sogar Peking. Im Eigenverlag hat er acht Monografien in winzigen Auflagen veröffentlicht, die inzwischen für bis zu 530 Euro pro Stück gehandelt werden. »Ren Hang« wird seine erste internationale Kollektion sein und seine gesamte Karriere umspannen, mit bekannten Lieblingsbildern und vielen nie zuvor veröffentlichten Fotos. (Text dt., engl., franz.)

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