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Der Pommersche Kunstschrank des Augsburger Unternehmers P. Hainhofer für Herzog Philipp II. von Pommern.

Von Barbara Mundt. München 2009.

23 x 28,5 cm, 432 S., 200 farb. und 200 s/w-Abb., geb.

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Die Kunstkammer des Barock wird von der aktuellen Kunstgeschichtsschreibung als materialisierte Kunsttheorie gefeiert. Durch Prüfung kulturhistorischer Quellen zu Entstehung und Bestand eines der bedeutendsten historischen Kunstkammerkomplexe trägt der vorliegende Band anschaulich zur Forschung bei. Der »Pommersche Kunstschrank«, ein Ensemble aus kostbarer Hülle und staunenswertem Inhalt, war für eine barocke Kunstkammer bestimmt. Kein Künstler war sein Urheber, sondern ein Unternehmer, der in einer vom Dreißigjährigen Krieg geprägten Zeit Fürsten und Feldherren für die Wunder von Kunst, Wissenschaft und Natur zu begeistern verstand: Philipp Hainhofer. Unter seiner Leitung arbeiteten zwei Dutzend Augsburger Künstler sieben Jahre lang an dem außergewöhnlichen Möbel und füllten es mit über 300 kleinen Kunstwerken, bevor es im Herbst 1617 zu dem gelehrten Herzog Philipp II. von Pommern nach Stettin reiste. Programmatisch überragten Personifikationen der Künste und der Wissenschaften das Kabinett. Im Innern barg es Schreib- und Lesehilfen, Brett- und Kartenspiele, Toilettegerät zum Zeitvertreib für den elegant dilettierenden Hofmann sowie mathematisch-astronomische Instrumente, medizinische und mechanische Geräte für den ernsthaft studierenden Fürsten. Die Faszination der Gebildeten von den aktuellen Fortschritten in den Naturwissenschaften um 1600 spiegelt sich hier ebenso wie Spieltrieb, Phantasie und ein exquisiter Geschmack. Unglücklicherweise verbrannte 1945 das Gehäuse des Schrankes. So konzentriert sich diese Untersuchung auf den Inhalt, zu dessen Verständnis Hainhofer selbst mit Beschreibungen und Briefen beigetragen hat. Auf reichem zeitgenössischem Archivmaterial basieren auch die begleitenden monographischen Kapitel zu Unternehmer und Auftraggeber.