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Karl Kraus. Sittlichkeit und Kriminalität. Und weitere Satiren zu Justiz und Moral.

Hg. Bruno Kern. Wiesbaden 2017.

15,5 x 23 cm, 376 S., geb.

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Wie kaum ein anderer Schriftsteller hat Karl Kraus zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Vielgestaltigkeit der Erotik gegen die Anmaßung des Staates verteidigt, sich als Sittenwächter aufzuspielen. Und es gab wohl kaum ein dringenderes gesellschaftliches Thema, das »der Meister des giftigen Spotts« (Stefan Zweig) so nachhaltig im Witz eines Aphorismus aufgelöst hat. »Sittlichkeit und Kriminalität« versammelt Aufsätze und Notizen, in denen sich Kraus mit Justiz und Moral und mit einer Gerichtspraxis auseinandersetzt, in der das Sexualleben der Angeklagten lüstern aufgeblättert wird, um es so in der Öffentlichkeit breitzutreten. Kraus war überzeugt, dass Sexualität, solange sie aus freiem Entschluss zwischen erwachsenen Menschen stattfindet, niemand anderen etwas angeht - weder Presse noch Staat. Angesichts der aktuellen Debatten um die Prostitution und einer neu aufflammenden Homophobie sind die Satiren von Karl Kraus aktueller denn je.