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Heinrich Böll. Manchmal möchte man wimmern wie ein Kind.

Die Kriegstagebücher 1943 bis 1945. Frankfurt am Main 2017.

12,5 x 19 cm, 352 S., Leinen, Leseband.

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Ein bedrückender Sensationsfund sind Heinrich Bölls ungekürzte Kriegstagebücher aus den Jahren 1943 bis 1945. Zu Kriegsbeginn eingezogen, war Böll während des gesamten Zweiten Weltkriegs Soldat. In Stichworten protokolliert er seine Tage: was er gesehen hat (Schönes und Schreckliches), verwundete und gefallene Kameraden, seine eigenen Verletzungen, seine Träume, die Erleichterung nach der Entlausung, das Grauen der Schützengräben. Seine Notizen sind in ihrer Knappheit umso eindringlicher. Man spürt beim Lesen förmlich, wie Böll um seelische Integrität und Selbsterhaltung ringt. Zwischen der Abreise nach Frankreich über die Verlegung an die Ostfront bis zur Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im September 1945 bleiben dem Autor zwei Fixpunkte: seine junge Frau Annemarie, die er vermisst, von der er träumt und die ihm Halt gibt - in Gedanken und beim Heimaturlaub, und Gott, den er immer wieder anruft, als Hoffnungsspender und Schutzinstanz. »Gewiss gibt es viele Tausende solcher Aufzeichnungen aus dem Krieg. (...) Doch ist Bölls knappes, nicht für die Öffentlichkeit bestimmtes, aber umso authentischer wirkendes Tagebuch ein besonders beklemmendes Zeugnis militärischen, ach was, menschlichen Irrsinns.« (Martin Oehlen, Frankfurter Rundschau)