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Schütze im Steigflug.

Von Cecil Lewis. Frankfurt/M. 2008.

13 x 22 cm, 408 Seiten, geb. in Buchschlaufe, Leseband, lim., nummeriert.

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George Bernard Shaw Man hat die Jagdflieger des Ersten Weltkrieges die letzten Ritter genannt. Der deutsche Film hat den Mythos gerade auf fragwürdige Weise wieder entdeckt: aber die Briten waren es vor allem, die mit ihrer Neigung zu einer Romantisierung der Kriege den »Roten Baron« Manfred von Richthofen mit seinen 80 Abschüssen zur Legende verklärten. Zumal die Söhne des Landadels scheinbar mit der Annahme ins Feld zogen, an einer berittenen Fuchsjagd teil zu nehmen. Der Autor jedenfalls schaute, wie er im Vorwort schrieb, auf die Abenteuer des kaum achtzehnjährigen Piloten zurück wie »auf eine Landschaft aus zehntausend Fuß Höhe an einem wolkenlosen Tag«. Indes, auch in dem angeblich noch so frischfrommfröhlichen Krieg jener »Ritter der Lüfte« blühte nicht nur die Glorie: der Preis des Ruhmes war oft genug der Tod. Der blutjunge Lewis verbuchte in acht Monaten 350 Flugstunden, hauptsächlich über den Schlachtfeldern an der Somme, schoß acht Gegner ab und retirierte dann als Fluglehrer in die Etappe. Bei Kriegsende war er 20 Jahre alt, ein erfahrener Pilot und doch - ein Kind. Es gibt Bücher, die eine Art literarischen »Irrtum« darstellen. Dieses Buch gehört dazu, aber gerade darin liegt sein Reiz. Erst bei der Niederschrift seiner Memoiren verstand Lewis, daß er am Aufbruch in den Wahnsinn Europas ins 20. Jahr hundert teilgenommen hatte. Als ArtillerieBeobachter über der Front war er vom elenden Massensterben dort unten gnädig weit entrückt - zu weit, um den Krieg als das zu erleben, was er in Wirklichkeit war: eine Vernichtungsmaschine, in der Menschenleben nur noch als »Material« dienten.

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