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Tugend versus Gnade. Protestantische Bildprogramme in Nürnberg, Pirna, Regensburg und Ulm.

Von Margit Kern. Berlin 2002.

17 x 24 cm, 430 S., 62 Tafeln mit 91 Abb. Und 1 2-farb. Klapptafeln, Ln.

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In dem 1519 verfassten sogenannten Kleinen Galaterkommentar bezeichnete Luther die »Tugenden der Heiden« als eine »Täuschung«. Nicht die guten Werke des Menschen, allein die Gnade Gottes und das Opfer Christi führten in Luthers Theologie zur Erlösung. Die antiken Tugendlehren, auf die sich dagegen die Humanisten verstärkt beriefen, lehnte der Reformator ab. Auf den ersten Blick möchte man daher annehmen, nach der Reformation wären Bildzyklen mit Tugendpersonifikationen weitgehend verschwunden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Es sind zahlreiche Beispiele überliefert. Offenkundig erkannte man nach der Reformation insbesondere in den Städten verstärkt die Notwendigkeit, die Bürgerschaft auf einen bestimmten ethischen Normenkatalog zu verpflichten. Der vorliegende Band untersucht die Tugendikonographie und die Hierarchien der dargestellten »virtutes« in den öffentlichen Bildprogrammen protestantischer Städte.

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